Dessau Bauhaus

17.05.2019, 17:00, Melanie Dix

Walter Gropius und das Bauhausgebäude in Dessau

Walter Gropius
Walter Gropius, Bauhaus-Gründer und wesentlicher Mitbegründer der „Modernen Architektur“ wurde 1883 in Berlin geboren. In seinem Leben war er als Architekt und Industriedesigner tätig und entwickelte revolutionäre Arten des Bauens. Zu Zeiten der Weimarer Republik gab es einen großen Mangel an günstigem Wohnraum, sowie städtebauliche und soziale Probleme. Daraus entwickelte Gropius einen kostengünstigen, modularen Massenwohnungsbau. Zwar löste die Herangehensweise die damals angespannte Wohnungssituation, jedoch wird aus heutiger Sicht auch viel Kritik geübt. Ungünstige Wohnungsschnitte oder die Lage von Sanitärobjekten und Fenstern korrigierten Bewohner häufig. Oft wurden durch den Massenwohnungsbau und anonymisiertes Wohnen neue soziale Probleme erzeugt. 1934 floh Gropius nach Angriffen der Nationalsozialisten auf das Bauhaus ins Exil. In den USA war er noch lange Zeit als Architekt und Professor tätig, bis er 1969 in Boston verstarb.

Bauhausgebäude Dessau
Architekt: Walter Gropius
Baujahr: 1925/26

Bauhausgebäude Dessau Melanie Dix

Geschichte
Das ursprüngliche Bauhaus mit Sitz in Weimar musste, aufgrund von politischem Druck, 1925 aufgelöst werden. In Dessau fand man Unterstützung, wodurch das neue Bauhausgebäude 1926 fertiggestellt werden konnte. Dabei wurde die Inneneinrichtung größtenteils von den Bauhaus-Werkstätten selbst gefertigt. Nach langen Debatten mit der NSDAP, in denen ein Abriss gerade so verhindert werden konnte, wurde das Bauhaus 1933 endgültig zur Selbstauflösung gezwungen. 1945 brannte das Gebäude nach einem Luftangriff weitestgehend aus.

Ursprungssituation
Das Ziel des Bauhauses unter Gropius war der „Bau der Zukunft“ als Gesamtkunstwerk. Architektur, Handwerk, Design und Industrie sollten perfekt zusammengeführt werden.
Das Bauhaus in Dessau besteht aus fünf Einzelbaukörpern, die zu einem Gebäude zusammengefügt wurden. Man muss das Gebäude umlaufen, um die Form zu verstehen. Jeder Flügel dient einer eigenen Nutzung. Besonders auffällig ist der Werkstättentrakt mit seiner über drei Geschosse gezogenen Glasvorhangfassade. Die Stahlstützen waren komplett von ihr zurückgesetzt, wurden aber dennoch als Konstruktion zum Gestaltungsbestandteil. Die offene Fassade sollte den Eindruck von Leichtigkeit und Freiheit erzeugen.
Auch hier spiegelte sich Gropius funktionale Herangehensweise an das Bauen wider. Der Zweck bestimmt die Form. Das Aussehen ergibt sich aus der Funktion. Schmuck gab es nicht. Die Stahlskelettbauweise war dabei revolutionär.

Heutige Situation
Seit 1994 ist das Bauhausgebäude in Dessau Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau. Weiterhin ist es als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen. Der Großteil des Gebäudes wird heute von der Stiftung genutzt. Einige Räume sind für Lehrtätigkeiten vorgesehen. Die ehemaligen Studentenwohnungen werden als Appartements vermietet.
2009 wurden letzte Instandsetzungsarbeiten gemäß den Plänen von Gropius abgeschlossen. Dennoch gibt es Unterschiede zur originalen Bausubstanz. Die ursprüngliche Kristallglasfassade verursachte seinerzeit große Probleme bezüglich des Sonnen- und Kälteschutzes. Notwendige Vorhänge zerstörten die beabsichtigte Transparenz. Man ersetzte sie durch normales Glas. Einige Anpassungen an neue bauliche Vorschiften mussten erfüllt werden. Außerdem wurden die Außenanlagen neugestaltet. Baustoffe, die man damals experimentell verbaute, sind sehr wartungsintensiv.
Dennoch erkennt man beim Umlaufen und Begehen des Gebäudes immernoch die ursprüngliche Entwurfsidee. Fotografien von früher entsprechen fast genau dem aktuellen Zustand. Das Gebäude ist nicht ohne Grund ein Beispiel der modernen Architektur. Die großen Glasfassaden, außer deren kleingliedrige Unterteilung, sind auch heute zeitgemäß, ebenso wie die weiß verputzten Fassaden.

Relevanz in der heutigen Zeit
Das Bauhausgebäude in Dessau war eines der ersten Gebäude in einer Stahlskelettbauweise. Die damals provokative, große Fensterfassade galt richtungsweisend. Bis heute wurde diese Bauweise perfektioniert und wird in der Industrie und Wirtschaft fast ausschließlich genutzt. Es ist erstaunlich ein Gebäude von vor fast einem Jahrhundert zu betrachten, welches heute auch als Neubau erdenklich wäre. Die Verbindung aus Funktion und architektonischer Qualität ist gelungen. Es gibt viele interessante und durchdachte Details zu betrachten.

Dessau Meisterhäuser

17.05.2019, 15:40

Dessau, 17.05.2019 ca. 16:15 Uhr
Sarah Laudan

Projekt: Siedlung Meisterhäuser Dessau
Architekt: Walter Gropius
Baujahr: 1925-1926

Wohneinheiten: Direktorenhaus, 3 Meisterhäuser als Doppelhäuser gestaltet für die Lehrenden des Bauhauses

Lageskizze

Die Meisterhaussiedlung wurde 1926 fertig gestellt. Dort zogen Gropius selbst und seine Lehrenden László Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee mit ihren Familien ein.
1932 wurde das Bauhaus in Dessau geschlossen. Die Häuser wurden zunächst vermietet und später verkauft. Während des 2. Weltkriegs wurden Teile der Siedlung zerstört und verwahrlosten danach. Auf das einstige Direktorenhaus wurde ein Einfamilienhaus mit Giebeldach gebaut.

1996 wurden Meisterhäuser zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Man begann mit der Restaurierung und Rekonstruktion, die im April 2019 fertig gestellt wurde.

1. Ursprungsituation: Walter Gropius wollte eine Siedlung für die Meister des
Bauhauses schaffen, in der sie mit ihren Familien leben konnten. Gleichzeitig sollte die Siedlung als Muster für modernes Wohnen dienen. Die Lebensvorgänge innerhalb des Hauses sollten nach modernen Ansprüchen organisiert sein. So waren Atelier und Wohnzimmer großzügig geschnitten und die Nutzräume auf ein Minimum reduziert. Gropius entwarf Doppelhäuser deren zwei Grundrisse sich um 90° von Ost nach Süd verschieben. Wobei zwei unterschiedlich große Wohnungen entstanden,
für einen 2-Personen-Haushalt und eine Familie mit Kindern.
Auch der Bauprozess folgte dem Prinzip des Rationalen Bauens, sodass die
Gebäude nach dem Baukastenprinzip mit industriell vorgefertigten Teilen entstanden.
Motto: „Vereinfachung durch Multiplizierung“Schnitt

2. Heutige Situation: Im April 2019 wurden die Restaurierung und Rekonstruktionsarbeiten an der Siedlung abgeschlossen. Die Häuser, die den Krieg überstanden hatten, wurden restauriert und zeigen wieder den urspruünglichen Zustand. Das Direktorenhaus und ein Teil des zweiten Meisterhauses wurden von einer Bombe im 2. Weltkrieg zerstört. Sie wurden rekonstruiert. Allerdings nutze man hier andere Materialien und reduzierte Details, um das Bild einer „unscharfen Erinnerung“ entstehen zu lassen.
Anhand der Restaurierung kann man heute wieder sehr schön das Konzept und die Idee von Gropius verstehen. Die Rekonstruktion/Reparatur der anderen beiden Häuser ist schwieriger zu erfassen, da diese als Ausstellungsräume dienen. Die Grundrisse wurden angepasst und das äußere Erscheinungsbild wurde leicht verändert. Sie wirken daher mehr wie eine Art Denkmal anstatt eines Wohnhauses.
Motto: Mit Reduktion zwischen Bestand und Reparatur unterschieden.

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3. Relevanz: Gropius Meisterhaussiedlung war eine der ersten Siedlungen im Stil der Moderne. Die großen Fensterflächen, Dachterrassen oder die vereinfachte schlichte Fassade sind Details, die uns heute noch bei beim Entwerfen prägen. Aber auch Organisation der Räume und deren Größen sind ein gutes Beispiel, man wie heute mit zu Zersiedelung und dem steigenden Anteil an Singlehaushalten umgehen kann.

NS-Dokumentationszentrum

NS-Dokumentationszentrum München
Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus

Datum + Uhrzeit der Besichtigung: 16.05.2019, 14:15
Ort: Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München, Deutschland
Protokollant: Finn Brunsch
Einführung: Prof. Arthur Wolfrum HM Bautechnologie und Entwerfen
Ausstellung: Dauerausstellung – München und der Nationalsozialismus
Geführter Rundgang

Bauvorhaben: Bildungsbau
Architekten: Georg Scheel Wetzel Architekten
Bauherr: Landeshauptstadt München.
Finanziert durch Landeshauptstadt München,
Freistaat Bayern und Bundesrepublik Deutschland
Baukosten: 28 Millionen Euro
Baubeginn: 2011
Fertigstellung: 2014
Leistungsphasen: 2-5
Bruttorauminhalt: 21,543 m³
Bruttogrundfläche: 5.073 m²
Nutzfläche: 2.973 m²
Verkehrsfläche: 669 m²
Grundstücksgröße: 1.478 m²

Das NS Dokumentationszentrum ist als Lern- und Erinnerungsort zur nationalsozialistischen Geschichte Münchens entstanden. Denn München war die „Stadt der Bewegung“. Hier wurde die NSDAP gegründet und von hier aus stärkte die Partei ihre Macht. Das Dokumentationszentrum wurde nicht zufällig am Max-Mannheimer-Platz 1 (ehem. Brienner Straße 34) gebaut. Genau an diesem Ort stand das ehemalige braune Haus, die erste Parteizentrale der NSDAP. Rund um den Königsplatz entstand damals ein ganzes Parteiviertel der NSDAP u.A. der Führerbau, Verwaltungsbau, die beiden Ehrentempel für die Gefallenen des 9. Nov. 1923.

Daher überlegte sich die Stadt München, einen Bildungs- und Informationsort an diesem historischen Platz zu schaffen, um sich auch heute noch mit diesem dunklen Kapitel Deutschlands auseinander zu setzen. Die Ausstellung umfasst Themen, wie der Aufstieg des Nationalsozialismus in München, die Rolle Münchens während des nationalsozialistischen Aufstieges, im zweiten Weltkrieg bis zur Kapitulation, aber auch mit den Problemen im Umgang mit dieser nationalsozialistischen Vergangenheit nach 1945.

Meiner Meinung nach ist das Dokumentationszentrum eine hervorragende Bildungseinrichtung, die sich aktuell und zeitgemäß mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands beschäftigt, und uns zum Nachdenken anregt. Wichtige Themen, die oft vernachlässigt oder verdrängt werden wie z.B. die Entnazifizierung, werden hier intensiv behandelt. Außerdem ist das Dokumentationszentrum mit neusten Medien ausgerüstet, was meiner Meinung nach, die Jugendlichen deutlich besser anspricht, als nur über Plakate/Bücher. Daher finde ich, dass die Intention des Gebäudes, sich mit der nationalistischen Geschichte Deutschlands, speziell in München, auseinander zu setzten, hervorragend funktioniert.

Ich bin der Auffassung, dass die Intention des Dokumentationszentrum sehr relevant für die heutige Zeit ist, in der die AFD und viele andere „rechte“ Parteien weltweit ihre Wähler finden. Die Menschen, speziell die Jugend, muss aufgeklärt werden, was sich in der deutschen Zukunft nie wieder wiederholen darf.

Stop Racism!             Stop Antisemitism!            Stop Fascism!

In dem 2008 gewonnenen Architekturwettbewerb, plante das Büro Georg Scheel Wetzel Architekten einen schlichten, kubischen Baukörper mit eingeschnittenen Fassadenöffnungen der die umliegenden Gebäude überragt, und diese hierarchisch unterordnet. Die Achsen des Baukörpers sind so ausgerichtet, dass sie eine Asymmetrie zu dem umliegenden Königsplatz mit seinen neoklassizistischen Villen und Gebäuden der Nationalsozialisten bilden und sich somit von der nationalsozialistischen Intention des durch und durch symmetrischen Städtebaues ablöst.
Der exakte Kubus besteht zum größten Teil aus weißem Sichtbeton und hat eine Länge, Höhe, Breite von 22,5m.
Große Fenster an den Gebäudenecken ermöglichen einen Ausblicke auf die umliegende, historische Topographie und fangen diese wie Gemälde ein, was sie so zum Teil der Ausstellung macht.
Wände und Deckenscheiben aus Sichtbeton übernehmen nicht nur raumblidende und tragende Funktionen, sondern transportieren durch die weisse Pigmentierung und den extrem hellen fast weißem Sandzuschlag einen hochwertigen, optisch klaren Anspruch.
Der Innen- und Außenraum wird durch den sehr präzise verarbeiteten, weißen Beton an Wänden, Decken, Treppen geprägt. Der Fußboden besteht aus geschliffenem Beton (Terrazzo). Insgesamt entsteht so ein atemberaubendes Raumgefühl.

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Der Baukörper erstreckt sich über 5 Geschosse mit 2 zusätzlichen Untergeschossen. Im Erdgeschoss ist das Foyer, eine Treppe sowie ein Fahrstuhl vorzufinden, mit denen man die Ausstellungen vom 1. Bis zum 4. OG erreicht. Die Ausstellung beginnt im 4. OG und endet im 1. OG, in dem eine Wechselausstellung ihren Platz findet. Im 5. OG sind Tagungsräume und Büroräume untergebracht. In den beiden Untergeschossen gibt es ein Auditorium über beide Geschosse ein Café im 2.UG und einen Lernbereich im 1. UG.

Ich kann ich jedem empfehlen, sich mit dem Gebäude auseinander zu setzten und es zu besuchen, denn es behandelt nicht nur wichtige und spannende Themen, sondern ist auch architektonisch sehr beeindruckend.

Oly Studentendorf

16.05.2019, 09:30
Olympiadorf / Studentische Siedlung,
Connollystraße3, 80809 München

Bauvorhaben/Projekt: Errichtung des olympischen Dorfes der Frauen (sowie spätere Nutzung als Studentenwohnanlage) anlässlich der 72. Olympischen Sommerspiele in München

Architekten: Günther Eckert/ Werner Wirsing

Bauherr: Studentenwerk München

Größe / Dimension:  ca. 50000 m²
Anzahl/ Wohneinheiten: 1052 Einzelbungalows (je 18 m²/12000DM),
800 Wohneinheiten im Hochhaus, 100 Familienapartments

Olydorf

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Problemstellung:
In den 70er Jahren ist mit dem studentischen Dorf ein Modell entwickelt worden, das sich in einigen Punkten grundlegend von den Großwohnsiedlungen der damaligen Zeit unterscheidet.
Mit einen nach Norden ausgerichteten Schutzwall und den Richtung Olympiapark abflachenden Wohneinheiten und deren Balkone entstand eine parkähnliche Atmosphäre mit hohem Wohnwert. Dazu trug auch die Verlegung des Fahrzeugverkehrs in die untere Ebene bei.
Ganz dem Gedankengut der 68er verpflichtet, bieten die kleinen zweigeschossigen Maisonettewohnungen höchstmögliche Individualität einerseits (mit eigenem Eingang, Bad, Kochnische und sogar einer eigenen Dachterrasse) und kommunikativen Raum in den kleinen Gassen oder Plätzen andererseits.

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Ursprungssituation:
Das Olympische Dorf in München, welches in den 70er Jahren für die Teilnehmer der Olympischen Spiele erbaut wurde, war ein Experiment mit dem eine neue Wohnsituation: „Stadt in der Stadt“ untersucht werden sollte, mit der Idee die Unterkünfte für 10.000 Athleten in zwei Bereiche zu gliedern. Da die Großwohnsiedlungen, welche einst als Revolution im Wohnungsbau galten, vielerorts zur Problemzone geworden sind, ist ein Modell entwickelt worden, das sich grundlegend unterscheidet von den Großwohnsiedlungen der damaligen Zeit.

Heutige Situation:
Nach den Olympischen Spielen 1970 sollte die Nutzung des Frauendorfes in eine Studentenwohnsiedlung umfunktioniert werden. Heute ist die Siedlung die zweitgrößte Wohnanlage des Studentenwerks München. Das Olydorf erfreut sich noch heute größter Beliebtheit. Da pro Wohneinheit jedem Studenten ein eigenes Schlaf-/Arbeitszimmer, Bad, Küche/Wohnzimmer und sogar eine eigene Dachterrasse zustehen, bieten die Bugalowwohnungen höchste Individualität. Die Gässchen zwischen den Häuserreihen sind gerade einmal 2,30 Meter breit und bieten somit Kommunikationsraum, welcher den Dorfcharakter verstärken soll.

Das studentische Dorf verwaltet sich durch Haussprecher und das Studentenwerk größtenteils selbst, sodass jeder Bewohner von seinem Mitspracherecht aktiv Gebrauch machen kann. Ebenfalls finden sich viele von Studenten betriebene Einrichtungen im Gemeinschaftszentrum. Neben Bierstube, Café und Olydisco finden sich in der ehemaligen Mensa beispielsweise die Kinderkrippe Olyspatzen. Auch die für Münchner Verhältnisse sehr günstigen Mietpreise sind Grund für die wachsende Beliebtheit des Dorfes. Denn mit ca. 320€ liegt dieser deutlich unter dem Durchschnitt.

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Das Studentendorf, welches 1972 in kürzester Zeit errichtet worden ist, war 2005 in die Jahre gekommen und hatte bauliche Schäden an Dächern, Wärmedämmung und unterirdischen Rohrleitungen erlitten. Daraufhin wurden die Bestandswohnungen bis auf 12 Beispieldenkmäler komplett zurückgebaut und im städtebaulichen Rahmen auf demselben Flächenareal neu errichtet. Um mehr Wohnraum zu schaffen, wurde eine Nachverdichtung von 800 auf 1052 Wohneinheiten durchgeführt. Dadurch verkleinerte sich der Grundriss der einzelnen Wohnungen von 24 Quadratmeter auf 18 Quadratmeter. Die Minihäuser wurden wie damals als 2-geschossige Maisonette Wohnungen konzipiert und in Sichtbetonbauweise wiederaufgebaut. Pro Baufeld wurde eine Gebäudezeile unterkellert und eine Verbesserung der Bauphysik vorgenommen. So bestehen bis heute 12 denkmalgeschützte Originale und 1040 Neubauten.

Relevanz für unsere Generation:
Meiner Meinung nach hat das Projekt noch immer Relevanz für unsere heutige Situation, denn gerade Wohnraum mit so viel Individualität (ob im Innenbereich, wo jeder Studierende seine eigene Wohnung hat und diese frei einrichten kann oder im Außenbereich durch die freie Fassadengestaltung) ist heutzutage knapp geworden. Auch der Dorfcharakter in der Stadt hat sich bewährt und könnte, meiner Meinung nach, in Zukunft Plattenbauten teilweise ersetzen. Der offensichtlichste Nachteil der Wohnanlage ist die Platzverschwendung die mit den nur 2-stöckigen Bungalowreihenhäuschen einhergeht. Gerade deswegen würde ich persönlich empfehlen sich mit dem Wohnkonzept auseinanderzusetzen, um auch für dieses Problem Lösungsansätze zu finden.

Beitrag: Marie Otto

Olympiadorf

16.05.2019, 09:30 Olympisches Dorf, München

Baujahr: 1972
Architekten: Behnisch & Partner (Lage und Raumplanung)
Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner (Bauten und Anlagen)

Das olympische Dorf in München wurde anlässlich der XX. Olympischen Spiele 1972 als Teil des Olympiaparks errichtet und diente zur Unterbringung der Athletinnen und Athleten. Darüber hinaus wurde es vorausschauend so konzipiert, dass es auch nach den Spielen noch die Funktion als lebenswerter Wohnraum erfüllen konnte.
Als städtebauliches Konzept ist es eine „Stadt in der Stadt“. Neben Wohnungen wurde auch auf Einkaufsmöglichkeiten, Schulen sowie Kindergärten, kulturelle Einrichtungen und Grünflächen geachtet. Es finden sich eine Vielzahl an Brunnen und Spielplätzen, wobei letztere von der „Pädagogischen Aktion“ geplant wurden, einem Münchner Verein zur kommunalen Kinder- und Jugendkulturarbeit.
Das autofreie Dorf zeichnet sich durch eine Vielzahl an Gebäudetypen aus, vom 88m hohen Olympiatower bis hin zu eingeschossigen Bungalows mit Wohnnutzung.

Olympisches Dorf

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Im Norden des Olympiaparks liegt das ehemalige Olympische Dorf der Männer, das heute als Wohnviertel genutzt wird. Im Süden befindet sich das ehemalige olympische Dorf der Frauen, das jetzt als begehrte Studentenwohnanlage fungiert. Insgesamt finden sich heute in 3500 Wohneinheiten über 6000 Bewohner.

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Das Olympische Dorf polarisierte von Anfang an. Auf der einen Seite wird es schon seit seiner Entstehung als Betonwüste kritisiert. Wenn man heute dort durch spaziert, bekommt man durch den vielen Beton und die fast schon überbordende Begrünung an den Balkons und am Wegesrand fast den Eindruck einer postapokalyptischen Welt. Dennoch erfreut sich „Oly“, wie es liebevoll von seinen Bewohnern genannt wird, großer Beliebtheit! 90% der Umzüge finden innerhalb des Gebiets statt! 2006 gewann „Oly“ beim städtischen Wettbewerb „Kinder und familienfreundliches Umfeld“ einen Sonderpreis.

Auch weist es die höchste Akademikerrate in ganz München auf, was bei dem Klischee der „Professorenvillen“ einen bemerkenswerten Kontrast darstellt.
Dass die Betonhülle trügen kann, bemerkten wir, als wir einen der Bungalows besichtigen durften. Die Innenräume waren großzügig und modern und besaßen sogar einen Innenhof. Diese Tatsache und die Preislage der Wohnungen sind für Münchner Verhältnisse eine Rarität!
Trotz der einheitlichen Betonberfläche, die eigentlich wenig Individualismus zulässt, funktioniert das Konzept. Ich finde es stadtplanerisch eine Meisterleistung, welche man sich in dieser Form öfter so wünschen möchte. Architektonisch wiederum ist es – in seiner unendlichen Reihung immer gleicher Formen – natürlich sehr trist. Dabei helfen selbst die liebevoll und kreativ bemalten Bungalows der Studenten nicht hinweg. Doch trotz Baumängel und Betonwüste spürt man die hohe Lebensqualität im ehemaligen Olympischen Dorf, die ihre Bewohner so schätzen.

Es lohnt sich in jedem Fall, einmal entspannt das ehemalige Olympiadorf zu besuchen. Es erwartet einen eine fast schon andere, postapokalyptisch anmutende Welt: ein grüner, ruhiger und spannender Ort, der einlädt, ihn zu erkunden.

Beitrag: Luca Fischer

Stadtbibliothek

15.05.2019, 16:00

DER BÜCHERWÜRFEL AM MAILÄNDER PLATZ
FÜHRUNG : INKA JESSEN
ERÖFFNUNG : OKTOBER 2011
ARCHITEKT : EIN YOUNG YI

Bücherwürfel

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Der Bücherwürfel am Mailänder Platz ist die Zentralbibliothek der
Stadtbibliothek Stuttgart. Mit einer Grundfläche von 20.200 Quadratmetern und einer Programmfläche von 11.500 Quadratmetern, bietet das Gebäude ausreichend Platz für 500.000 Medieneinheiten.
Eröffnet wurde der Bücherwürfel am 24. Oktober 2011. Unter den knapp 80 Millionen Euro an Baukosten wurden vier Millionen davon für die Inneneinrichtung verwendet.
Herr Ein Young Yi ist ein in Köln ansässiger koreanischer Architekt,
welcher damals den ersten Platz im Wettbewerb für das Projekt bekam.

Die Grundform des Gebäudes, ein Quader mit quadratischer Grundfläche von 44m Seitenlänge und einer Höhe von 40m, lässt das Gebäude Tagsüber als monolithischen Kubus und Nachts als eine überdimensionale Lichtskulptur erscheinen. Die Äußere Hülle der Doppelfassade ist durch Glasbausteine geprägt, während die Innere aus einer Glasfassade besteht. Insgesamt hat das Gebäude elf Stockwerke. Neun oberirdische und zwei unterirdische.
Bewegliche Lamellen im Fassadenzwischenraum sowie im Glasdach gewähren Blendschutz. Des Weiteren befinden sich auch Lamellen auf dem Dach, welche als Photovoltaikanlage dienen. Alle vier Gebäudeseiten weisen links oben das Wort „Bibliothek“ in verschiedenen Sprachen auf und über dem Eingang wurde der Schriftzug Stadtbibliothek angebracht. Im Erdgeschoss befindet sich
eine open-end-area in der rund um die Uhr Bücher ausgeliehen und zurückgebracht werden können.
Im Untergeschoss ist ein Veranstaltungssaal für bis zu 300 Personen und das Dachgeschoss bietet ein Café, welches dem Caritasverband angehört, und den Zugang zur Dachterasse.

Herz

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Im Zentrum des Gebäudes ist das so genannte „Herz“ :

Herz

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Ein vier Stockwerke hoher Raum von 14m Höhe, Breite und Tiefe.
Dieser Raum befindet sich in der Mitte des Gebäudes, worüber sich ein trichterförmiges Atrium befindet, dass von fünf Galerieebenen umgeben ist
und durch ein Glasdach begrenzt wird.
„Das Herz“ ist bis auf ein in den Boden eingelassenes Wasserspiel gänzlich leer.
Erhellt wird er von einem Feld aus Glasbausteinen in der Decke.

Lesesaal

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Der Galeriesaal soll zugleich als Lesesaal und als Lichtquelle für das Herz dienen. Klar geordnet und mit einem Minimum an Materialien ausgestattet, bilden die Buchrücken einzelne Farbakzente und wirken wie „Gemälde an der Wand“.

Lesesaal

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Im Erdgeschoss befindet sich eine open end area in der rund um die Uhr Bücher ausgeliehen und zurückgebracht werden können.

Im Untergeschoss ist ein Veranstaltungssaal, ausgerichtet für bis zu 300 Personen und im Dachgeschoss erstreckt sich ein Café , welches dem Caritasverband gehört. Von hier aus gelangen Besucher über eine Treppe auf die Dachterasse.

Für das Gebäude mit offenen Räumen und ungewöhnlicher Belichtung wurde ein abgestimmtes Energie und Technikkonzept erarbeitet. Neben der Energie der Sonne, Fußboden- und Fassadenheizung dient auch die Erdwärme als Wärmequelle. Außerdem werden Bauteilmassen als Wärmespeicher für den
sommerlichen Wärmeschutz genutzt.

Zur Lage und Verkehrsanbindung lässt sich sagen, dass die Bibliothek auf dem Areal 21 des Rahmenplan Stuttgart 21 auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs zwischen Heilbronner Straße und Wolframstraße im Europaviertel. Im Osten des Gebäudes ist 2014 der Mailänder Platz und das
Einkaufszentrum Milaneo entstanden. Südlich davon das Laden- und Bürogebäude Europa Plaza und westlich die neue Unternehmenszentrale von LBBW Immobilien.
Erreichbar ist die Bibliothek über die Stadtbahn-Haltestellen Budapester Platz und Stadtbibliothek.

Beitrag: EFTHIMIA THEODOSIADOU

auer+weber

15.05.2019, 14:00

auer+weber
Haußmannstraße 103 A
70188 Stuttgart

Führung: Jörn Scholz, Dipl.-Ing. Architekt BDA
Geschäftsführender Gesellschafter

 

Mercedes Benz Museum

15.05.2019, 13:20 Mercedes Benz Museum
Mercedesstraße 100, 70372 Stuttgart

„Bautafel“

Architekten: Ben van Berkel und Carolin Bos (UN Studio), Amsterdam
Projektbeteiligte: HG Merz, Stuttgart (Ausstellungskonzept); Udo Walz, Stuttgart (Parametrisierung 3D-Modell); Werner Sobek, Stuttgart (Tragwerk), Transsolar, Stuttgart (Energieplanung);
Bauherr: DaimlerChrysler AG, Stuttgart
Fertigstellung: 2006

Mercedes Benz Museum

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surftipp: DEAR Ben van Berkel

AbK Stuttgart

15.05.2019, 11:15

Akademie der bildenden Künste – Stuttgart

Neubau 1 (Glaskasten)

Standort: Am Weißenhof 1, 70191 Stuttgart

Entwurf: typische Nachkriegsmoderne, Stahlbeton-Skelettbau mit Betonlamellenfassade und einem Flachdach, Rosttragwerk

Auftragsgeber: Staatliche Hochbauamt I
Projektleiter: Oberregierungsbaudirektor Peter Conradi
Architektenteam: Manfred Aichele, Horst Müller, Pierre Policard, Peter Schenk und Paul Sigle

Bauausführung mit drei Abschnitten:

  1. Baubeginn Mai 1964 – Fertigstellung August 1968

Gebäude Neubau 1 (Glaskasten)

  1. Baubeginn April 1970 – Fertigstellung September 1972

Werkstattgebäude für diverse Studiengänge

+ Sanierungen, Umbau Heizungsanlagen Altbauten

  1. Baubeginn keine konkreten Daten

Gestaltung der Grünanlage

Konzept: Mit Einbeziehung der Altbauten wurde ein neues, organisatorisches, bauliches Konzept entwickelt, welche nach dem Vollenden der Neubauten und Sanierungen eine geschlossene Einheit bildet.

Nutzung (Glaskasten): zwangloser Treffpunkt aller Disziplinen in den Gemeinschaftsbereichen wie Eingangshalle und Ausstellungsorte.

Im Zentrum befindet sich der Innenhof welches von den meisten Gebäuden des Campus zugänglich ist.

Grund: rasanter Anstieg der Studierenden durch die Vereinigung der Akademie und Kunstgewerbeschule zur Hochschule, Platzmangel durch Zerstörung vom 2.WK

Besonderes: Wurde vor kurzem zum Kulturdenkmal Baden-Württembergs

 

Quellen: Buch. „1968 und Akademiereform“ von Wolfgang Kermer S.38/39 Bauliche Maßnahmen

www.abk.-stuttgart.de

Baunetz.de/Artikel

Beitrag: Jaufmann, Ilja

Werner Sobeck

15.05.2019, 10:45, Max Krüger

„Mit weniger Materialien mehr gebaute Umwelt schaffen“(1) – was im ersten Moment ziemlich widersprüchlich klingt, hat sich ein berühmter deutscher Architekt und Bauingenieur zum Grundsatz seiner Arbeit gemacht.
Werner Sobek (*16. Mai 1953, Aalen)(2) ist weltweit für seine ausgeklügelten Konzepte zur Minimierung von Energie- und Materialverbrauch beim Bauen und Wohnen bekannt.(3)
Mit 21 Jahren begann Sobek Bauingenieurswesen und Architektur an der Universität Stuttgart zu studieren. (4) Nachdem er 1987 im Bauingenieurswesen promovierte, arbeitete er bis 1991 in einem Stuttgarter Ingenieurbüro. (5) Es folgten weitere Ehrenpromotionen der TU Dresden und TU Graz 6 , bis er 1992 sein eigenes Ingenieurbüro „Werner Sobek“ gründete(7).
Heute ist es als Firmengruppe weltweit an 8 Standorten mit mehr als 350 Mitarbeitern vertreten und arbeitet mit anderen berühmten Architekten (Zaha Hadid, Christoph Ingenhoven usw.) zusammen. Dabei liegt der Fokus des zukunftsorientierten Unternehmens besonders auf der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz (8) , ohne dabei eine erstklassige Gestaltung und ein herausragendes Engineering zu vernachlässigen.
Seit 1994 ist Sobek selbst als Professor an der Universität Stuttgart tätig9 und unter anderem Leiter des „Instituts für Leichtbau Entwerfen & Konstruieren“ (ILEK)(10). Dieses vereinigt die in der Architektur und dem Bauingenieurswesen dominanten Bereiche der Analyse, Konstruktion und Materialwissenschaft.(11) So können neue Arten von Bauweisen und Tragstrukturen entwickelt werden.
Neue Wege und Lösungen für das nachhaltige Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken entwickelt er außerdem als einer der Initiatoren der „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“. Hauptaufgabe dessen ist der Auf- und Ausbau eines Zertifizierungssystems für nachhaltige Bauten.
Darüber hinaus ist Werner Sobek Mitglied des Vorstandes der Ingenieur- und Architektenkammer Baden-Württembergs und außerordentliches Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA).

Eines der bekanntesten Projekte Sobeks nennt sich „R128“ (resultierend aus der Adresse „Römerstraße 128“) – ein ganzseitig verglastes, nahezu komplett recyclebares und emissionsfreies Nullheizenergie-Gebäude.(12)
Das Unternehmen plant neben den zahlreichen Großprojekten jährlich ein Wohnhaus als Anschauungsobjekt neuer Technologien. Diese können später auf größere Projekte angewendet werden. Im Rahmen dessen entstand in den Jahren 1998 bis 2000 „R128“, das heute als privates Wohnhaus der Familie Sobek in Stuttgart genutzt wird.(13) Durch seinen modularen Aufbau mit Schraub- und Steckverbindungen lässt es sich leicht aufbauen und beim Abbau nahezu komplett in seine Einzelteile zerlegen.(14)
15 Jahre später plante das Unternehmen im Bruckmannweg 10 der berühmten Stuttgarter Weißenhofsiedlung das erste Aktivhaus der Welt – ein energetisch autarkes Gebäude, welches das Verhalten seiner Bewohner „lernend“ in den Energiehaushalt einbezieht. Das sogenannte „selbstlernende Gebäudeautomationssystem“ erzeugt selbst doppelt so viel Strom aus nachhaltigen Energiequellen, wie es selbst benötigt.(15)
„B10“ ist, genau wie die 1927 errichteten Gebäude, die es umgeben, ein zukunftsweisendes Gebäude. Innovative Materialien, Konstruktionen und Technologien tragen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Umwelt bei und ermöglichten nach acht Monaten Planung die Montage an nur einem Tag.(16)

Aus rechtlichen Gründen darf das Gebäude leider nur fünf Jahre auf dem Grundstück stehen und muss im Jahr 2019 wieder entfernt werden.

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(1) Vgl. o.A., Prof. Dr. Werner Sobek, in: http://www.uni-stuttgart.de/presse/experten/Prof.-Dr.-Werner-Sobek (11.05.2019)
(2 )Vgl. o.A., Werner Sobek, in: de.wikipedia.org/wiki/Werner_Sobek (11.05.2019)
(3) Vgl. o.A., Werner Sobek – Engineering & Design, in: http://www.german-architects.com/werner-sobek-engineeringand-design-stuttgart (11.05.2019)
(4) Vgl. o.A., Werner Sobek, in: de.wikipedia.org/wiki/Werner_Sobek (11.05.2019)
(5) ebenda
(6) Vgl. o.A., Prof. Dr. Werner Sobek, in: http://www.uni-stuttgart.de/presse/experten/Prof.-Dr.-Werner-Sobek (11.05.2019)
(7) Vgl. o.A., Werner Sobek – Engineering & Design, in: http://www.germanarchitects.com/werner-sobek-engineeringand-design-stuttgart (11.05.2019)
(8) Vgl. o.A., Prof. Dr. Werner Sobek, in: http://www.uni-stuttgart.de/presse/experten/Prof.-Dr.-Werner-Sobek (11.05.2019)
(9) Vgl. o.A., Werner Sobek, in: de.wikipedia.org/wiki/Werner_Sobek (11.05.2019)
(10) Vgl. o.A., o.T., in: http://www.wernersobek.de/firma/intro (11.05.2019)
(11) Vgl. o.A., ILEK, in: https://www.ilek.uni-stuttgart.de/institut/ institutsprofil (11.05.2019)
(12) Vgl. o.A., R128, in: http://www.wernersobek.de/projekte/focus-de/design-de/r128 (11.05.2019)
(13) Vgl. Czaja, Wojciech, Ich bin Versuchskaninchen im eigenen Haus, in: derstandard.at/1392687544014/Werner-Sobek-Ich-bin-Versuchskaninchen-im-eigenen-Haus (11.05.2019)
(14) Vgl. o.A., R128, in: http://www.wernersobek.de/projekte/focus-de/design-de/r128 (11.05.2019)
(15) Vgl. O.A., Aktivhaus B10, in: http://www.german-architects.com/de/werner-sobek-engineering-and-designstuttgart/project/aktivhaus-b10 (11.05.2019)
(16) ebenda

 

Porschemuseum

15.05.2019, 09:00 Porsche Museum, Porscheplatz 1, 70435 Stuttgart

Entwurf: Delugan Meissl Associated Architects
Projektleiter: Martin Josst
Mitarbeiter: Jörg Rasmussen, Torsten Sauer, Tapio Lassmann, Zoltan Adorjani, Philip Beckmann, Imke Haasler, Hendrik Steinigeweg, Gerhard Gölles, Sebastian Brunke, Tom Hindelang

Ausstellungsgestaltung: HG Merz Architekten Museumsgestalter
Architekt (Ausführungsplanung): Wenzel + Wenzel Architekten
Architekt (Bauleitung): Gassmann + Grossmann Baumanagement GmbH
Tragwerksplaner: Leonhardt, Andrä & Partner Beratende Ingenieure VBI, GmbH
Projektsteuerung: Drees & Sommer
Lichtplanung: Delux AG, Regensdorf-Zürich
Medientechnik: macom GmbH communications consulting engineers
Planung Gebäudetechnik: Interplan Gebäudetechnik GmbH; Jürgensen + Baumgartner Ingenieurbüro für Versorgungstechnik GmbH
Thermische Bauphysik: IFB Wolfgang Sorge IB für Bauphysik GmbH – Beratende Ingenieure VBI, Nürnberg, Deutschland

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Foto Josef Herz Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Wettbewerb 2004
Bauzeit 2005 bis 2008
31. Januar 2009 Eröffnung

„Inspiration 911“  – Skulptur am Porscheplatz

Porsche 911 Skulptur

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Museum für Kommunikation (Neubau)

14.05.201, 19:00 Museum für Kommunikation Frankfurt

Schaumainkai 53 (Museumsufer), 60596 Frankfurt

Neubau 1990
Architekten Behnisch & Partner

Der Architekt und Architekturprofessor Günter Behnisch (1922 – 2010) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der modernen Architektur in Deutschland. Durch den Bau des Münchner Olympiageländes (1967 – 1972) mit seiner innovativen Zeltdachkonstruktion erreichte er weltweite Bekanntheit.
Behnisch wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen und diente im Zweiten Weltkrieg als U-Boot-Kommandat. Nach seiner Rückkehr aus britischer Kriegsgefangenschaft studierte er von 1947 bis 1951 an der Technischen Hochschule Stuttgart Architektur. Einer seiner Lehrer war der Architekt Rolf Gutbrod, in dessen Stuttgarter Büro Behnisch von 1951 bis 1952 arbeitete.

Die grundlegende Konzeption hinter den Bauten von Günter Behnisch resultiert auch aus seiner Vorgeschichte: der Klaustrophobie der U-Boote und des versteinerten Funktionalismus der NS-Architektur. Seine Gebäude zeichnen sich vor allem durch ihr Gefühl von Freiheit aus. Ausgedrückt wird dies durch seinen spielerischen und dekonstruktiven Umgang mit den Materialien sowie den Einsatz großer Glasflächen. Gerade letztere vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit, Transparenz und Luftigkeit. Diese Formensprache und sein Konzept statusfreie und demokratische Architektur für alle zu erschaffen begründen seine Stellung in der modernen Architektur Deutschlands und brachten ihm den Spitznamen „Baumeister der Demokratie“ ein.
Der Vorgänger des Museums für Kommunikation, das Bundespostmuseum, zog 1958 in die Villa der Frankfurter Bankiersfamilie Neufville am Schaumainkai. Den stattlichen Neorenaissancebau errichtete der Architekt Franz von Hoven von 1891 – 1893.
Aufgrund mangelnder Ausstellungsfläche wurde von der Bundesregierung in den 80er Jahren des 20. Jh. ein Wettbewerb ausgeschrieben. Diesen konnte das Architekturbüro Behnisch & Partner für sich entscheiden. Behnisch schuf für dieses Projekt eine transparente, moderne Architektur aus Glas, Stahl, Aluminium und Beton, deren Materialien sich in starkem Kontrast vom warmen Sandstein der Villa Neufville absetzen.

Um parkartigen Eindruck mit alten Baumbestand der Villa zu erhalten wurde die Hauptausstellungsfläche unter die Erde verlegt. Belichtet durch einen verglasten Lichtkegel durch den auch Sichtbeziehungen zwischen den Ausstellungsflächen entstehen. Die schmale, leichte und transparente Struktur der Fassade zum Schaumainkai fügt sich offen und einladend zwischen die angrenzenden Gebäude. Die Fensterrahmungen in der Eingangshalle wurden so gefasst, dass sie die lineare Struktur der Front durchdringen.

Dies alles trägt zu einem lebendigen, feinen Linienspiel bei, das transparent und modern auch durch seine dekonstruktivistischen Elemente besticht.
Ein zeitloses Gebäude, man kann es nicht anders sagen! Und ist das nicht die höchste Auszeichnung eines Gebäudes, zeitlos zu sein? Mich hat es jedenfalls mehr und mehr beeindruckt und ich würde jedem empfehlen, es zu besichtigen!

Beitrag: Luca Fischer

 

 

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MfK

14.05.201, 19:00 Museum für Kommunikation Frankfurt

Schaumainkai 53 (Museumsufer), 60596 Frankfurt

Museum für Kommunikation Frankfurt

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Altbau: Villa de Neufville
Das Neurenaissance-Gebäude wurde 1891/1893 als Villa de Neufville nach einem Entwurf von Franz von Hoven, mit zweifarbiger Fassade in Werkstein, errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Veränderung  wegen Kriegszerstörungen vorgenommen.
Seit 1955 Sitz der Museumsverwaltung und Stiftung.

Neubau
Der Museumsneubau wurde von Behnisch & Partner geplant und 1990 eröffnet. Es beherbergt neben den Museumsexponaten auch ein Museumscafé und den Museumsshop.

schneider-schumacher

14.05.2019, 16:45
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