15.05.2019, 10:45, Max Krüger
„Mit weniger Materialien mehr gebaute Umwelt schaffen“(1) – was im ersten Moment ziemlich widersprüchlich klingt, hat sich ein berühmter deutscher Architekt und Bauingenieur zum Grundsatz seiner Arbeit gemacht.
Werner Sobek (*16. Mai 1953, Aalen)(2) ist weltweit für seine ausgeklügelten Konzepte zur Minimierung von Energie- und Materialverbrauch beim Bauen und Wohnen bekannt.(3)
Mit 21 Jahren begann Sobek Bauingenieurswesen und Architektur an der Universität Stuttgart zu studieren. (4) Nachdem er 1987 im Bauingenieurswesen promovierte, arbeitete er bis 1991 in einem Stuttgarter Ingenieurbüro. (5) Es folgten weitere Ehrenpromotionen der TU Dresden und TU Graz 6 , bis er 1992 sein eigenes Ingenieurbüro „Werner Sobek“ gründete(7).
Heute ist es als Firmengruppe weltweit an 8 Standorten mit mehr als 350 Mitarbeitern vertreten und arbeitet mit anderen berühmten Architekten (Zaha Hadid, Christoph Ingenhoven usw.) zusammen. Dabei liegt der Fokus des zukunftsorientierten Unternehmens besonders auf der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz (8) , ohne dabei eine erstklassige Gestaltung und ein herausragendes Engineering zu vernachlässigen.
Seit 1994 ist Sobek selbst als Professor an der Universität Stuttgart tätig9 und unter anderem Leiter des „Instituts für Leichtbau Entwerfen & Konstruieren“ (ILEK)(10). Dieses vereinigt die in der Architektur und dem Bauingenieurswesen dominanten Bereiche der Analyse, Konstruktion und Materialwissenschaft.(11) So können neue Arten von Bauweisen und Tragstrukturen entwickelt werden.
Neue Wege und Lösungen für das nachhaltige Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken entwickelt er außerdem als einer der Initiatoren der „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“. Hauptaufgabe dessen ist der Auf- und Ausbau eines Zertifizierungssystems für nachhaltige Bauten.
Darüber hinaus ist Werner Sobek Mitglied des Vorstandes der Ingenieur- und Architektenkammer Baden-Württembergs und außerordentliches Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA).
Eines der bekanntesten Projekte Sobeks nennt sich „R128“ (resultierend aus der Adresse „Römerstraße 128“) – ein ganzseitig verglastes, nahezu komplett recyclebares und emissionsfreies Nullheizenergie-Gebäude.(12)
Das Unternehmen plant neben den zahlreichen Großprojekten jährlich ein Wohnhaus als Anschauungsobjekt neuer Technologien. Diese können später auf größere Projekte angewendet werden. Im Rahmen dessen entstand in den Jahren 1998 bis 2000 „R128“, das heute als privates Wohnhaus der Familie Sobek in Stuttgart genutzt wird.(13) Durch seinen modularen Aufbau mit Schraub- und Steckverbindungen lässt es sich leicht aufbauen und beim Abbau nahezu komplett in seine Einzelteile zerlegen.(14)
15 Jahre später plante das Unternehmen im Bruckmannweg 10 der berühmten Stuttgarter Weißenhofsiedlung das erste Aktivhaus der Welt – ein energetisch autarkes Gebäude, welches das Verhalten seiner Bewohner „lernend“ in den Energiehaushalt einbezieht. Das sogenannte „selbstlernende Gebäudeautomationssystem“ erzeugt selbst doppelt so viel Strom aus nachhaltigen Energiequellen, wie es selbst benötigt.(15)
„B10“ ist, genau wie die 1927 errichteten Gebäude, die es umgeben, ein zukunftsweisendes Gebäude. Innovative Materialien, Konstruktionen und Technologien tragen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Umwelt bei und ermöglichten nach acht Monaten Planung die Montage an nur einem Tag.(16)
Aus rechtlichen Gründen darf das Gebäude leider nur fünf Jahre auf dem Grundstück stehen und muss im Jahr 2019 wieder entfernt werden.
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(1) Vgl. o.A., Prof. Dr. Werner Sobek, in: http://www.uni-stuttgart.de/presse/experten/Prof.-Dr.-Werner-Sobek (11.05.2019)
(2 )Vgl. o.A., Werner Sobek, in: de.wikipedia.org/wiki/Werner_Sobek (11.05.2019)
(3) Vgl. o.A., Werner Sobek – Engineering & Design, in: http://www.german-architects.com/werner-sobek-engineeringand-design-stuttgart (11.05.2019)
(4) Vgl. o.A., Werner Sobek, in: de.wikipedia.org/wiki/Werner_Sobek (11.05.2019)
(5) ebenda
(6) Vgl. o.A., Prof. Dr. Werner Sobek, in: http://www.uni-stuttgart.de/presse/experten/Prof.-Dr.-Werner-Sobek (11.05.2019)
(7) Vgl. o.A., Werner Sobek – Engineering & Design, in: http://www.germanarchitects.com/werner-sobek-engineeringand-design-stuttgart (11.05.2019)
(8) Vgl. o.A., Prof. Dr. Werner Sobek, in: http://www.uni-stuttgart.de/presse/experten/Prof.-Dr.-Werner-Sobek (11.05.2019)
(9) Vgl. o.A., Werner Sobek, in: de.wikipedia.org/wiki/Werner_Sobek (11.05.2019)
(10) Vgl. o.A., o.T., in: http://www.wernersobek.de/firma/intro (11.05.2019)
(11) Vgl. o.A., ILEK, in: https://www.ilek.uni-stuttgart.de/institut/ institutsprofil (11.05.2019)
(12) Vgl. o.A., R128, in: http://www.wernersobek.de/projekte/focus-de/design-de/r128 (11.05.2019)
(13) Vgl. Czaja, Wojciech, Ich bin Versuchskaninchen im eigenen Haus, in: derstandard.at/1392687544014/Werner-Sobek-Ich-bin-Versuchskaninchen-im-eigenen-Haus (11.05.2019)
(14) Vgl. o.A., R128, in: http://www.wernersobek.de/projekte/focus-de/design-de/r128 (11.05.2019)
(15) Vgl. O.A., Aktivhaus B10, in: http://www.german-architects.com/de/werner-sobek-engineering-and-designstuttgart/project/aktivhaus-b10 (11.05.2019)
(16) ebenda


