NS-Dokumentationszentrum München
Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus
Datum + Uhrzeit der Besichtigung: 16.05.2019, 14:15
Ort: Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München, Deutschland
Protokollant: Finn Brunsch
Einführung: Prof. Arthur Wolfrum HM Bautechnologie und Entwerfen
Ausstellung: Dauerausstellung – München und der Nationalsozialismus
Geführter Rundgang
Bauvorhaben: Bildungsbau
Architekten: Georg Scheel Wetzel Architekten
Bauherr: Landeshauptstadt München.
Finanziert durch Landeshauptstadt München,
Freistaat Bayern und Bundesrepublik Deutschland
Baukosten: 28 Millionen Euro
Baubeginn: 2011
Fertigstellung: 2014
Leistungsphasen: 2-5
Bruttorauminhalt: 21,543 m³
Bruttogrundfläche: 5.073 m²
Nutzfläche: 2.973 m²
Verkehrsfläche: 669 m²
Grundstücksgröße: 1.478 m²
Das NS Dokumentationszentrum ist als Lern- und Erinnerungsort zur nationalsozialistischen Geschichte Münchens entstanden. Denn München war die „Stadt der Bewegung“. Hier wurde die NSDAP gegründet und von hier aus stärkte die Partei ihre Macht. Das Dokumentationszentrum wurde nicht zufällig am Max-Mannheimer-Platz 1 (ehem. Brienner Straße 34) gebaut. Genau an diesem Ort stand das ehemalige braune Haus, die erste Parteizentrale der NSDAP. Rund um den Königsplatz entstand damals ein ganzes Parteiviertel der NSDAP u.A. der Führerbau, Verwaltungsbau, die beiden Ehrentempel für die Gefallenen des 9. Nov. 1923.
Daher überlegte sich die Stadt München, einen Bildungs- und Informationsort an diesem historischen Platz zu schaffen, um sich auch heute noch mit diesem dunklen Kapitel Deutschlands auseinander zu setzen. Die Ausstellung umfasst Themen, wie der Aufstieg des Nationalsozialismus in München, die Rolle Münchens während des nationalsozialistischen Aufstieges, im zweiten Weltkrieg bis zur Kapitulation, aber auch mit den Problemen im Umgang mit dieser nationalsozialistischen Vergangenheit nach 1945.
Meiner Meinung nach ist das Dokumentationszentrum eine hervorragende Bildungseinrichtung, die sich aktuell und zeitgemäß mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands beschäftigt, und uns zum Nachdenken anregt. Wichtige Themen, die oft vernachlässigt oder verdrängt werden wie z.B. die Entnazifizierung, werden hier intensiv behandelt. Außerdem ist das Dokumentationszentrum mit neusten Medien ausgerüstet, was meiner Meinung nach, die Jugendlichen deutlich besser anspricht, als nur über Plakate/Bücher. Daher finde ich, dass die Intention des Gebäudes, sich mit der nationalistischen Geschichte Deutschlands, speziell in München, auseinander zu setzten, hervorragend funktioniert.
Ich bin der Auffassung, dass die Intention des Dokumentationszentrum sehr relevant für die heutige Zeit ist, in der die AFD und viele andere „rechte“ Parteien weltweit ihre Wähler finden. Die Menschen, speziell die Jugend, muss aufgeklärt werden, was sich in der deutschen Zukunft nie wieder wiederholen darf.
Stop Racism! Stop Antisemitism! Stop Fascism!
In dem 2008 gewonnenen Architekturwettbewerb, plante das Büro Georg Scheel Wetzel Architekten einen schlichten, kubischen Baukörper mit eingeschnittenen Fassadenöffnungen der die umliegenden Gebäude überragt, und diese hierarchisch unterordnet. Die Achsen des Baukörpers sind so ausgerichtet, dass sie eine Asymmetrie zu dem umliegenden Königsplatz mit seinen neoklassizistischen Villen und Gebäuden der Nationalsozialisten bilden und sich somit von der nationalsozialistischen Intention des durch und durch symmetrischen Städtebaues ablöst.
Der exakte Kubus besteht zum größten Teil aus weißem Sichtbeton und hat eine Länge, Höhe, Breite von 22,5m.
Große Fenster an den Gebäudenecken ermöglichen einen Ausblicke auf die umliegende, historische Topographie und fangen diese wie Gemälde ein, was sie so zum Teil der Ausstellung macht.
Wände und Deckenscheiben aus Sichtbeton übernehmen nicht nur raumblidende und tragende Funktionen, sondern transportieren durch die weisse Pigmentierung und den extrem hellen fast weißem Sandzuschlag einen hochwertigen, optisch klaren Anspruch.
Der Innen- und Außenraum wird durch den sehr präzise verarbeiteten, weißen Beton an Wänden, Decken, Treppen geprägt. Der Fußboden besteht aus geschliffenem Beton (Terrazzo). Insgesamt entsteht so ein atemberaubendes Raumgefühl.
Der Baukörper erstreckt sich über 5 Geschosse mit 2 zusätzlichen Untergeschossen. Im Erdgeschoss ist das Foyer, eine Treppe sowie ein Fahrstuhl vorzufinden, mit denen man die Ausstellungen vom 1. Bis zum 4. OG erreicht. Die Ausstellung beginnt im 4. OG und endet im 1. OG, in dem eine Wechselausstellung ihren Platz findet. Im 5. OG sind Tagungsräume und Büroräume untergebracht. In den beiden Untergeschossen gibt es ein Auditorium über beide Geschosse ein Café im 2.UG und einen Lernbereich im 1. UG.
Ich kann ich jedem empfehlen, sich mit dem Gebäude auseinander zu setzten und es zu besuchen, denn es behandelt nicht nur wichtige und spannende Themen, sondern ist auch architektonisch sehr beeindruckend.
