14.05.2019 13:52

mainhatten von Josef Herz ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
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NEUER MENSCH, NEUE WOHNUNG – Die Bauten des Neuen Frankfurt 1925 – 1933
Herausgegeben von Wolfgang Voigt / Dorothea Deschermeier / Peter Cachola Schmal, erschienen bei DOM publishers, Berlin

14.05.2019, 13:15 Deutsches Architekturmuseum
NEUER MENSCH, NEUE WOHNUNG – Die Bauten des Neuen Frankfurt 1925 – 1933
14.05.2019, DAM, Kotroci Melina
Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
Das DAM ist Bestandteil der Frankfurter Museumsmeile entlang des Sachsenhauser Mainufers, das noch zu Zeiten der finanzstarken Bankenstadttradition unter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann geplant und eingerichtet wurde.
Für die Konzeption war der Kunst- und Architekturhistoriker Heinrich Klotz aus Marburg verantwortlich, der auch erster Direktor des Museums wurde. In den 1990er-Jahren begann ein Rückgang der Besucherzahlen. Drastische Kürzungen der Mittel und die Diskussion einer Schließung beziehungsweise Verlegung nach Berlin schienen zeitweise das Ende des DAM zu bedeuten.
Auditorium; Architekt O.M. Ungers, im Juni 2008 
Im Jahre 2001 wurde das DAM renoviert und neu eröffnet. Nicht nur das Gebäude wurde generalüberholt, man setzte sich auch neue Aufgaben und Ziele. Es sollte auch Ausstellungen zeitgenössischer Architekten geben, die Informationen und Inszenierungen sollten für Fachleute und Laien gleich verständlich sein, der Erlebnis- und Unterhaltungscharakter sollte verstärkt werden und das Haus sollte zu einem Treffpunkt für Industrie, Wirtschaft und Architekten werden.
Unter der Leitung von Ingeborg Flagge (2000–2005) konnte das Museum seine Besucherzahl mehr als verdreifachen. Seit 1. April 2006 hat Peter Cachola Schmal die Leitung des Museums inne.
Gebäude:
Für das Museum wurde eine Doppelhaus-Villa im Stadtteil Sachsenhausen-Nord umgenutzt. Im Inneren des Hauses wurde nach der Entkernung eine weiße Stahlbeton-Konstruktion eingestellt, ein Haus-im-Haus. Das Haus wurde 1984 eingeweiht. Auf dem einstigen Gartengelände entstand eine Ausstellungshalle, zum Main hin wurde eine Eingangszone vor das Haus gestellt, die erheblich den historischen Eindruck der Villa verändert. Dieser Bau ist nicht nur ein Haus für die Architektur, sondern auch eines über die Architektur, so der Architekt Oswald Mathias Ungers, der auch das Pergamonmuseum umbauen sollte. Das DAM wurde kurz nach seiner Eröffnung bereits unter Denkmalschutz gestellt, und beim neuesten Umbau 2011 entsprechend sorgfältig bearbeitet.
Konzept :
Heute definiert sich das DAM nicht nur als Museum, sondern auch als Ausstellungshalle. Es lebt nicht nur von einer Dauersammlung, sondern von immer neuen Ausstellungen. Als Museum muss es seine bisherige Tradition des Sammelns und Ankaufens auch in Zukunft fortführen, aber die klassischen Formen und überlieferten Inhalte müssen in einer zeitgemäßen Art präsentiert werden, so dass sie für heutige und zukünftige Generationen Bedeutung erhalten. sagt die Museumsleitung. Das DAM will seine Ausstellungen attraktiver und sinnlicher als bisher inszenieren. Nicht nur das architektonische Endergebnis wird ausgestellt, sondern der Weg dorthin.
Die wichtigste Aufgabe für das DAM ist die Bewältigung des Spagats zwischen Architektur als ästhetischer Baukunst für wenige und Architektur als Thema für viele. Die ästhetische Dominanz klassischer Kultureliten hat heute vielleicht noch nicht völlig ausgedient, ist aber nicht mehr der einzige kulturelle Maßstab. Die heutige Kunst- und Kulturvermittlung muss auch unter dem Aspekt des Erlebnis- und Unterhaltungswertes gesehen werden.
Das DAM ist ein Frankfurter Museum, das seit seiner Gründung bis heute internationale Architekturausstellungen gemacht hat. Dennoch leisten weder der Bund noch das Land Hessen finanzielle Zuschüsse. Die Stadt Frankfurt finanziert die Häuser (Museum und Archiv), das Personal und die Betriebskosten und einen Etat, der etwa ein Drittel der Kosten ausmacht. Alle Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen aber müssen über Sponsoren mitfinanziert werden.
14.05.2019, 11:35 Frankfurt, Römerstadt – Im Burgfeld

Skizze von Josef Herz ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
Referat Jennifer Kanis
Exkursion vom 14.05 – 17.05.2019
Erster Tag Frankfurt
10:00 Uhr
Siedlung Römerstadt
Führung: Mitarbeiterin der Ernst-May-Gesellschaft
Bauzeit: 1927-28
Bauherr: Mietheim AG (AG f. kl. Wohnungen
Programm: 1220 Wohnungen, davon 553 Einfamilienhäuser
Gesamtplan: Ernst May, Herbert Boehm, Wolfgang Bangert
Siedlung: Ernst May, Carl-Hermann Rudloff
Küchenplanung: Margarete Schütte-Lihotzky
Gartengestaltung: Leberecht Migge
Wohnräume waren nach dem ersten Weltkrieg begrenzt und nicht für jeden erschwinglich.
So nahm sich Ernst May im Rahmen des Projekts „Neues Frankfurt“ vor ein platzsparendes und zugleich kostengünstiges Konzept zu entwickeln. Gleichzeitig versuchte er mit der Stadterweiterung „Römerstadt“ neue Möglichkeiten zu schaffen um die Lebensbedingungen in der Großstadt zu verbessern und Lebenszusammenhänge zwischen den Schichten der Geschellschaft zu erreichen.
Zusammen mit circa 60 weiteren Architekten und Designern suchte er nach Konzepten für erschwingliche Wohnräume die zugleich die sozialen und hygienischen Probleme herkömmlicher Bauweisen vermeiden. Er entschied sich dabei für eine industrialiesierte Bauweise mit vorgefertigten Bauteilen. Gleichzeitig achtete er auf einen funktional optimierten Grundriss (Abb.1) mit hohem Freiraumbezug. So setzte May auf Reihenhäuser.
Sein Musterhaus besitzt einen 50qm Vorgarten, ein zweigeschossiges Gebäude (Raumhöhe: 2,70) mit ca. 88qm Nutzfläche und einem privaten Garten von 130qm (Abb.2). Auffällig sind der Rationalismus und die Funktionalität. Sie spiegeln sich in der kubischen Bauweise mit Flachdach und der freundlich weiß verputzten Fassade wieder. Zudem wurde auf jegliche Ornamente und Dekorationen verzichtet. Zusätzlich wurde für dieses Projekt die Frankfurter Küche (Abb.3) entwickelt, welche lediglich 7 – 10qm groß ist. Eine weitere Besonderheit liegt in der Inneneinrichtung. So wurden die Wände der Innenräume in bestimmten Farben gestrichen. Nach dem Motto „Luft, Licht, Sonne“ sollten die Gebäude von Innen heraus strahlen.
Städtebaulich orientierte er sich am Konzept der Trabantenstadt. So sollten alltäglich benötigte Dienstleistungen, wie Läden und Schulen, zur Verfügung stehen.
Die Siedlung sollte damals kostengünstig gebaut werden um die Mietkosten zu reduzieren. So sollte eine Wohnung nicht mehr wie 250 Reichsmark kosten.
So wurden letztendlich innerhalb von fünf Jahren fast 15.000 Wohnungen gebaut.
Auch wenn Mays Häuser früher zu den fortschrittlichsten ihrer Zeit gehörten so mussten sie was Technik und Heizung angeht aufgerüstet werden. Trotzdem sind viele Gebäude der Römerstadt auch heute noch in Benutzung, sei es als Wohnug oder Ausstellungsgebäude. Aus eigener Erfahrung sprechend besitzt das Musterhaus trotz seines Minimalismus einen spannenden Aufbau, welcher mit seinen Verwinkelungen vorallem im Bereich des Bads heute allerdings bei vielen wahrscheinlich keinen Anklang mehr findet. Obwohl die Hecken zum Nachbargarten einst nicht höher als 90cm vorgesehen waren, sind die großen Gärten wahrscheinlich heute noch sehr beliebt.
Trotz der komprimierten Wohnfläche sind die May Häuser wahrscheinlich auch heute noch sehr beliebt.
Frankfurter Küche – Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000)
Quellen:
* https://de.wikipedia.org/wiki/Siedlung_R%C3%B6merstadt
* https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_May
* https://ernst-may-gesellschaft.de/mayhaus/musterhaus.html
* https://ernst-may-gesellschaft.de/mayhaus/garten.html
* https://ernst-may-gesellschaft.de/das-neue-frankfurt/wohnsiedlungen/roemerstadt.html

Ernst May und das Neue Frankfurt 1925 – 1930.
Verlag: Berlin, Ernst und Sohn Verlag, 1986
www-tip: Bauweltarchiv – Der ganze Ernst May
14.05.2019 9:00 Uhr – Siedlung Römerstadt
Ernst-May-Haus
Im Burgfeld 136, 60439 Frankfurt
Führung Frau Rosengarth
ernst-may-gesellschaft e.v.
Geschäftsstelle
www.ernst-may-gesellschaft.de
on the road
Ich baue nicht so gut wie ich kann, sondern so schlecht wie ich muss
Ernst May
4 städte – 4 länder – 4 muse(n)
Städte:
– Frankfurt am Main
– Stuttgart am Neckar
– München an der Isar
– Dessau an der Mulde & Elbe
Länder:
– Hessen
– Baden-Württemberg
– Bayern
– Sachsen-Anhalt
Siedlungen:
– Ernst May Siedlung
– Weissenhofsiedlung
– Olympisches Dorf
– Bauhaus Siedlung Törten
Museen:
– Museum Angewandte Kunst – Richard Meier
– Stadtbibliothek Stuttgart – Eun Young Yi
– NS-Dokumentationszentrum – Georg • Scheel • Wetzel Architekten
– Bauhaus Museum & Meisterhäuser – Bruno Fioretti Marquez u.a.
Forschungsreise vom 14.05.2019 bis 17.05.2019