Referat Jennifer Kanis
Exkursion vom 14.05 – 17.05.2019
Erster Tag Frankfurt
10:00 Uhr
Siedlung Römerstadt
Führung: Mitarbeiterin der Ernst-May-Gesellschaft
Bauzeit: 1927-28
Bauherr: Mietheim AG (AG f. kl. Wohnungen
Programm: 1220 Wohnungen, davon 553 Einfamilienhäuser
Gesamtplan: Ernst May, Herbert Boehm, Wolfgang Bangert
Siedlung: Ernst May, Carl-Hermann Rudloff
Küchenplanung: Margarete Schütte-Lihotzky
Gartengestaltung: Leberecht Migge
Wohnräume waren nach dem ersten Weltkrieg begrenzt und nicht für jeden erschwinglich.
So nahm sich Ernst May im Rahmen des Projekts „Neues Frankfurt“ vor ein platzsparendes und zugleich kostengünstiges Konzept zu entwickeln. Gleichzeitig versuchte er mit der Stadterweiterung „Römerstadt“ neue Möglichkeiten zu schaffen um die Lebensbedingungen in der Großstadt zu verbessern und Lebenszusammenhänge zwischen den Schichten der Geschellschaft zu erreichen.
Zusammen mit circa 60 weiteren Architekten und Designern suchte er nach Konzepten für erschwingliche Wohnräume die zugleich die sozialen und hygienischen Probleme herkömmlicher Bauweisen vermeiden. Er entschied sich dabei für eine industrialiesierte Bauweise mit vorgefertigten Bauteilen. Gleichzeitig achtete er auf einen funktional optimierten Grundriss (Abb.1) mit hohem Freiraumbezug. So setzte May auf Reihenhäuser.
Sein Musterhaus besitzt einen 50qm Vorgarten, ein zweigeschossiges Gebäude (Raumhöhe: 2,70) mit ca. 88qm Nutzfläche und einem privaten Garten von 130qm (Abb.2). Auffällig sind der Rationalismus und die Funktionalität. Sie spiegeln sich in der kubischen Bauweise mit Flachdach und der freundlich weiß verputzten Fassade wieder. Zudem wurde auf jegliche Ornamente und Dekorationen verzichtet. Zusätzlich wurde für dieses Projekt die Frankfurter Küche (Abb.3) entwickelt, welche lediglich 7 – 10qm groß ist. Eine weitere Besonderheit liegt in der Inneneinrichtung. So wurden die Wände der Innenräume in bestimmten Farben gestrichen. Nach dem Motto „Luft, Licht, Sonne“ sollten die Gebäude von Innen heraus strahlen.
Städtebaulich orientierte er sich am Konzept der Trabantenstadt. So sollten alltäglich benötigte Dienstleistungen, wie Läden und Schulen, zur Verfügung stehen.
Die Siedlung sollte damals kostengünstig gebaut werden um die Mietkosten zu reduzieren. So sollte eine Wohnung nicht mehr wie 250 Reichsmark kosten.
So wurden letztendlich innerhalb von fünf Jahren fast 15.000 Wohnungen gebaut.
Auch wenn Mays Häuser früher zu den fortschrittlichsten ihrer Zeit gehörten so mussten sie was Technik und Heizung angeht aufgerüstet werden. Trotzdem sind viele Gebäude der Römerstadt auch heute noch in Benutzung, sei es als Wohnug oder Ausstellungsgebäude. Aus eigener Erfahrung sprechend besitzt das Musterhaus trotz seines Minimalismus einen spannenden Aufbau, welcher mit seinen Verwinkelungen vorallem im Bereich des Bads heute allerdings bei vielen wahrscheinlich keinen Anklang mehr findet. Obwohl die Hecken zum Nachbargarten einst nicht höher als 90cm vorgesehen waren, sind die großen Gärten wahrscheinlich heute noch sehr beliebt.
Trotz der komprimierten Wohnfläche sind die May Häuser wahrscheinlich auch heute noch sehr beliebt.
Frankfurter Küche – Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000)
Quellen:
* https://de.wikipedia.org/wiki/Siedlung_R%C3%B6merstadt
* https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_May
* https://ernst-may-gesellschaft.de/mayhaus/musterhaus.html
* https://ernst-may-gesellschaft.de/mayhaus/garten.html
* https://ernst-may-gesellschaft.de/das-neue-frankfurt/wohnsiedlungen/roemerstadt.html



